(Familien)Aufstellungen n. Hellinger – systemisches Arbeiten 

Was hat Familie, System, meine Partnerschaft, mein Berufsfeld, meine Kindheit, meine Vergangenheit mit meinen Problemen heute zu tun?

 

 

Wann ist eine Aufstellungsarbeit sinnvoll?

 

  • Immer dann, wenn Gespräche und Handlungen auf die gleiche Weise enden und zu keinem oder nur unbefriedigenden Ergebnissen führen. Dann liegt die Lösung oft jenseits unserer bewussten Wahrnehmung und entzieht damit sich unserem Einfluss.

  • Wenn schwere körperliche Krankheiten häufig auftreten und körperbezogene Therapien nicht den gewünschten Erfolg bringen

  • Wenn Kinder verhaltensauffällig sind und eine noch so konsequente Erziehung schlechte oder gar keine Ergebnisse bringt, Schulprobleme, Erziehungsprobleme

  • Wenn Partnerschaft und Beziehung trotz Liebe und starker Gefühle misslingt

  • Mobbing, Probleme im Berufsfeld, mit Vorgesetzten oder Angestellten

  • Streßbedingte und psychosomatische Krankheiten, Depressionen, Burn-Out, Schmerzsyndrome ohne erkennbare körperliche Ursachen 


Jeder Mensch steht in Verbindung mit anderen Menschen.

Wir sind von Natur aus ständig bewusst und unterbewusst auf Kooperation und funktionierende Ordnungen innerhalb des Beziehungsfeldes, in dem wir uns gerade befinden, in unserem Verhalten gesteuert.

Jeder Einzelne von uns hat eine Vorstellung, wie dieses Beziehungsfeld geordnet sein muss, damit es uns gut geht.

Unser Verhalten zum Gegenüber ist immer im Abgleich zu diesem Basisbild bedingt.

Dieses innere Bild wird in seiner Basis in den ersten 5 -10 Lebensjahren durch unsere Eltern, ihr Umfeld und ihre Geschichte geprägt und gespeichert. Deshalb reagieren wir manchmal ganz anders, als wir es wollen.

Wenn uns dieses Grundbild bewusst ist, können wir freier reagieren, weil wir schneller bemerken, wenn eine Lebenssituation alte Muster in uns hervorruft.

Das innere Bild zwingt uns zu einer inneren Haltung, die sich in der sichtbaren äußeren Haltung wiederspiegelt.

So finden wir schon früh Haltungsmuster wie bebückt, bedrückt, wenig aufrecht, sich windend in der gesamten Anatomie, was unseren Bewegungsapparat einschränkt, zu Problemen an Organen (Lunge, Herz, Bauchorgane, Kopf, Kiefer, Gehirn, etc.) bis hin zu Erkrankungen an Organen führen kann.

Eine Familie ist ein System, dessen Zusammenhänge uns nicht immer vollkommen bewusst sind, die aber durch unsere Prägung in der Kindheit energetisch immer und überall im Alltag, bei Entscheidungen im Umgang mit anderen wirken vorhanden und abrufbar sind.

 

Wenn Du das Dorf aus dem Du kommst nicht kennst, wirst Du das Dorf das Du suchst nie finden...

System- und Familienaufstellung ist eine Möglichkeit, unsere frühen Erfahrungen und Vorstellungen dieser Verbindungen in unser Bewusstsein zu holen.

Wenn wir unsere Familie nach unserem inneren Bild „hinstellen“, erkennen wir vielleicht ganz neue Zusammenhänge, sehen wie einsam sich ein Kind an seinem Platz fühlt, wie wütend gerade die Tochter über den frühen Verlust der Mutter ist oder wie traurig ein Mann ist, der gerade von seiner Partnerin verlassen wurde.

Oft sind das Gefühle, die vielleicht da sind, die die Betreffenden aber nicht zulassen, weil es der Seele einfach zu schmerzhaft erscheint.

Ist dies der Fall, stauen sich in einem System über Jahre hinweg Blockaden und Verstrickungen auf, die einer Ent-wicklung oder Er-lösung bedürfen.

Aufstellungsarbeit konfrontiert uns sanft mit unseren Quellen von Liebe, Trauer und Angst, aber auch mit Verbundenheit, Freude und Glück.

Wir erleben plötzlich Gefühle, die vielleicht jahrelang verschüttet und versteckt in uns gewohnt haben.

Heilung und Lösung sind in absolut jedem Mensch selbst vorhanden – wir haben häufig nur den Kontakt zu unserem Selbstvertrauen verloren, den Mut auf unsere innere Stimme, unser Gefühl, zu hören.

Die Wahrheit und individuelle Wirklichkeit steckt tief in uns selbst, alles andere ist nur etwas, das uns irgendwer, irgendwann, irgendwo mal erzählt hat.

Nach dem Motto: „Ich muss es erst selbst gespürt, gesehen und erfahren haben, um zu wissen was es ist, denn zuerst ist immer ein Gefühl, dann kommt das Verstehen nach.“

Immer wieder stellen Ärzte, Heilpraktiker oder andere Behandelnde fest, dass sie bei einem Patienten nicht „weiterkommen“. Es hat den Anschein, als ob die Behandlung nicht mehr so wirkt, wie vielleicht am Anfang, dass sie nicht tief genug greift. 

Oder manchmal haben wir den Eindruck, dass Menschen „neben sich“ stehen.  

"neben sich stehen“ -  "Ver – rücktsein“ - "Aus der Spur geraten" oder Ähnliches verwenden wir im Alltag ganz nebensächlich, aber sie beinhalten tatsächlich oft eine Wahrheit, die wir wohl wahrnehmen, aber nicht recht einordnen können.

Die systemische Therapie setzt genau an diesem Punkt an, denn viele sind durch Verstrickungen in ein tiefes Geschick innerhalb ihres Familiensystems eingebunden und versuchen im Leben einen Ausgleich zu finden.

Sie stehen nicht an ihrem eigenen Platz, sind quasi „ver-rückt“ und vertreten jemand anderen in ihrer Familie.

Da wir keinen Einfluss auf unsere Herkunft haben, fühlt sich jeder auf ganz eigene und unabänderliche Weise in sein System eingebunden und sucht meist unbewusst diesem in ausgleichender Weise zu dienen.

Das ist in erster Linie das Herkunftssystem und später dann die Wahlfamilie, also der Partner und die Kinder, die aus dieser Verbindung entstehen.

Hier wirken oft Kräfte, die in ihrer Dynamik unvorstellbar stark wirken und anderen Heilungsansätzen im Weg stehen können.

Sehr hilfreich ist diese Arbeit auch in offenen Systemen, wie Beruf, Schule, Kindergarten oder Vereinen.

Überall dort, wo sich Menschen zusammenfinden um gemeinsam ihr Berufsleben, ihren Alltag oder ihre Freizeit zu gestalten wirken gleichermaßen systemische Zusammenhänge und könne durch Aufstellungsarbeit sehr wirkungsvoll in Harmonie gebracht werden.

Einzelarbeit in der Praxis

Nach einem Erstgespräch können Klienten ihr Anliegen in Einzelarbeit aufstellen.

„Aufstellen“ bedeutet hier einfach, dass Sie Ihr System nach Ihrem Bauchgefühl in den Raum stellen.

Wir arbeiten mit Symbolen, die unsere Klienten auf den Boden legen, mit Imagination oder mit Gestaltarbeit, (hier werden Bilder gemalt, die der Klient als Symbol für eine Aufstellungsarbeit verwendet). 

Während des Erstgespräches stellen wir fest, welche Methode sich für Sie und Ihr Thema am besten eignet, danach beginnen wir relativ schnell mit einer Aufstellungsarbeit.

Sie wählen Symbole oder Bilder für Ihr Thema aus und wir begleiten Sie dabei.

In der Regel sind zwischen 1-4 Sitzungen erforderlich, um eine ausgeglichene Position im Familien- oder Partnersystem zu finden.

Wir haben festgestellt, dass unser Innerstes Zeit braucht, um das Erfahrene zu begreifen und zu integrieren.

Deshalb ist es oft auch mal ratsam ein wenig Zeit zwischen den einzelnen Sitzungen verstreichen zu lassen, damit die Seele sich wieder neu orientieren und Sie vielleicht Veränderungen im Umfeld besser wahrnehmen können.

angsam ist hier oft viel besser, als schnell – wie immer aber auch Ihr ureigenster Prozess verläuft, wir sind für Sie da und unterstützen Sie.

Gruppenarbeit im Seminar

Bei einer Familienaufstellung innerhalb einer Gruppe arbeiten die Teilnehmer der ganzen Gruppe zusammen.

Es besteht die Möglichkeit an einer Gruppenaufstellung als Beobachter, Stellvertreter oder auch als Aufstellender teilzunehmen.

Ganz, wie es Ihrem Gefühl entspricht, können Sie sich nach und nach auf eine Gruppe einlassen und die Erfahrung machen, wie vorerst vielleicht andere ein Thema aufstellen und später dann selbst eine Arbeit beginnen.

Wenn Sie uns erst als Therapeuten kennen lernen möchten, können Sie auch nur als Beobachter dabei sein um sich ein Bild über diese Art der Therapie zu machen.

Auch hier beginnen wir die Aufstellungsarbeit immer mit einem kurzen Vorgespräch mit dem Aufstellenden und bitten denjenigen dann aus der Gruppe Stellvertreter für sein Thema und die dazugehörigen Personen auszuwählen.

Wer aufgestellt wird, entscheiden wir während des Vorgespräches gemeinsam.

Nachdem Sie Stellvertreter ausgewählt haben, stellen Sie auch hier wieder die Personen nach ihrem inneren Bauchgefühl und dem oben beschriebenen Grundbild in Beziehung zueinander.

Das Wesentliche dabei ist, dass sich die Stellvertreter nach relativ kurzer Zeit in das System einfühlen und sehr treffende Aussagen zu den Personen machen können, die sie gerade vertreten.

Auf diese Weise erhält der Aufstellende Informationen, die sehr hilfreich sind z. B. bestimmte Verhaltensweisen Ihrer Angehörigen besser zu verstehen.