"Ziel des Arztes sollte sein, Gesundheit zu finden. Ein jeder kann Krankheit finden." (Dr. Andrew Taylor Still)

Die Kernprinzipien der Osteopathie und Craniosacraltherapie

Die Strukturen (Knochen und Organe) des Körpers und ihre Funktionen sind über Muskeln, Faszien, Bänder) vollkommen miteinander verbunden, und voneinander abhängig.

Der Körper ist eine Funktionseinheit, in der Körper, Geist und Seele als ein vereintes Ganzes wirken, ständig bemüht sein optimales Funktionieren aufrecht zu erhalten und sich selbst zu heilen.

Jeder Mensch trägt die für seine Gesundheit notwendigen Ressourcen und das Wissen, wie er sein muß, in sich.

Alle Krankheiten und Beschwerden entstehen durch eine Störung im freien Fluss von materiellen, funktionellen und energetischen  Elementen im Körper. Diese Störungen behindern die selbst korrigierenden inneren Prozesse.

Die Hände des Therapeuten sind die Grundlage für Diagnose und Behandlung.

Ein fundiertes Verständnis von Anatomie und Physiologie sind notwendig für die klinische Palpation und Behandlung.

 Hierzu ein Zitat von Dr. Still, Autobiographie. S. 270 
„Ich habe die verschiedenen Teile der menschlichen „Maschine“ gesehen, und finde sie eine wunderbare konstruierte Maschine, die durch die Intelligenz des Geistes und durch Gottes Seele kreiert wird. Ich glaube, dass sich alle Heilmethoden der Natur im Körper befinden.“

Die Ursprünge der Osteopathie liegen im Amerika des 19. Jahrhundert. Dort ist die Osteopathie heute noch ein Studium mit dem Abschluss D.O., den viele Ärzte absolvieren. In Europa gibt es viele Möglichkeiten, Osteopathie zu lernen, die meisten Schulen unterrichten in ähnlichen Strukturen.

Dr. Sutherland galt als der Entdecker des Craniosacralen Konzeptes. Demnach sind die Schädelknochen eines Menschen nicht (wie ursprünglich angenommen) fest verwachsen, sondern sie bewegen sich zueinander wie bei einem Zahnradsystem. Diese Bewegung bezeichnete er als craniosacralen Impuls bzw. Atem, der aus dem Hirnwasser und seinen rhythmischen Fließbewegungen her rührt.

Sehr viel später, während seiner Forschungsjahre, stellte er sich der Frage, was diesen Impuls und seine Kraft innerhalb der Flüssigkeitskörper im Menschen antreibt? Er konnte innerhalb der Rhythmen der Flüssigkeiten noch andere Bewegungen feststellen, die viel subtiler waren. Ähnlich einem Ozean, der neben Brandung und Ebbe und Flut, auch große Ströme hat, um das Ökosystem Erde aufrecht zu erhalten.

Stellen Sie sich vor, die großen Ströme der Ozeane würden plötzlich still stehen, die Erde wäre am Ende ihrer jetzigen Existenz!

Der Mensch als Ökosystem besteht aus über 80 % Flüssigkeit, vergleichbar einem Ozean, mit allen Strukturen, Organen, die in ihm schwimmen und leben. Auf der Grundlage des sich hin und her strömenden Wassers. Also paßt hier der Ausspruch:

Alles Leben kommt und geht im Wasser, alles Leben ist Bewegung. Bewegen sich die Flüssigkeiten, leben wir; Stehen sie still, arbeitet kein Organ mehr und wir sterben.

Liegt hier die Verkörperung der Lebenskraft?

Sutherland spricht im weiteren von einer göttlichen Intelligenz innerhalb der Flüssigkeiten, die unsere Existenz auf körperlicher, geistiger und emotionaler Ebene aufrecht erhält, kontrolliert und regelt. Er bezeichnete diese Kraft, die die Flüssigkeiten antreibt als "Potency" (Lebensatem) und die innewohnende Intelligenz als “Breath of life”. Heute bezeichnen wir sie als primäre Respiration.

von der Osteopathie zur Craniosacralen Therapie 

Cranium = Schädel, Sacrum = Kreuzbein

Craniosacrale Therapie behandelt den gesamten Menschen vom Zentralen System aus, sprich von den Strukturen zwischen und innerhalb des Schädels, Wirbelsäule und dem Kreuzbein.

Ausgehend von diesem „Stamm“ betrachten wir alle Äste (Gliedmaßen, Gesichtsschädel/Kiefer, Beckenring, Rippen, Schultergürtel und alle inneren Organe).

Gesundheit im biodynamischen Sinn ist die Entfaltung der vollständigen Potency (Lebenskraft) über die Flüssigkeiten als Träger im gesamten Körper, in dem Maß und Raum, wie die innere Intelligenz es bei der Entstehung des Menschen als Embryo festgelegt hat.

Demnach trägt jeder Mensch sein Gesundheitsprinzip sehr individuell in sich, je nach Konstitution, genetischer Anlage, familiärer Prägung. 

Schauen wir uns die Vorraussetzung für einen gesunden Zustand an, verstehen wir, was uns krank machen kann:

  • Das knöcherne Zahnradsystem (Schädelknochen und Gesichtsschädel mit Kiefergelenken, Wirbel, Kreuzbein-Becken-Gelenke) muß sich symmetrisch und synchron frei in den gelenkigen Verbindungen unwillkürlich bewegen können. Bedeutet, dass auch die Anhängsel (Gliedmaßen) symmetrisch, frei und gleichmäßig beweglich sind.
  • Das Membranschlauchsystem (Dura Mater) als Hülle des Hirnwassers muß eine reziproke Grundspannung aufrecht halten können, damit das rhythmische Hin- und Herfließen des Liquors (Craniosacraler Rhythmus) gewährleistet werden kann.
  • Das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) muß sich mit dem Rhythmus der Liquorbewegung gleichmäßig entfalten und zusammenfalten können, sprich das Hirnwasser sollte keine großen Strömungsschwankungen und Strudellungen haben. Es sollte auch die Möglichkeit haben, sich selbst zu klären und alle nötigen Stoffe für die Nervenversorgung bereit zu stellen (Wie ein sich selbst reinigendes und versorgendes Fließgewässer z.B. Teich/See)
  • Die orientierende und regulierende Intelligenz („So wie es sein soll, damit alles funktioniert“) muß sich in ihrer Selbstregulation/Selbstheilung/Selbstkorrektur entfalten können, ohne Ablenkung von äußeren Einflüssen (Streß, Unruhe, Alarmzustände, Fremdeinflüsse, Störungen sowohl körperlicher als auch psychisch-emotionaler Belastung)

Wenn wir auf äußere Dinge reagieren müssen und reaktionsfähig sein müssen, sprich unsere Konzentration und Wahrnehmung nach Außen lenken müssen, können wir uns nicht „reparieren“. Eine Maschine, die gerade arbeitet (mit 180kmh über die Autobahn rast), kann in diesem Moment nicht repariert werden.

Mit etwas Phantasie können Sie sich jetzt vielleicht vorstellen, dass jede Form von Krankheit und jedes Symptom und jede Form von Streß (bewußt und unbewußt, aktuell oder alt) unsere Lebenskraft zur Aufrechterhaltung von Gesundheit mehr oder weniger stark beeinträchtigt.

Das beginnt mit blockierten, kranken und schmerzhaften Blockaden in Gelenken (Arhtritis, Arhtrosen, Wirbelblockaden, Schiefstellungen in Becken, Schultern, Kiefergelenken, Schädeldeformierungen) akut oder alt (Unfall- oder Operationsfolgen, Narben) über anatomische oder funktionelle Einschränkungen von inneren Organen, bis zu psychischen Belastungen durch Traumata, Streß, Umwelt- und/oder Beziehungsproblemen (oft nicht bewusst).

Krankheitszeichen (Symptome) sind Alamsignale, die anspringen, wenn wir meist unterbewußt spüren, dass wir zu weit vom Soll-Bild abweichen und unser Körper es nicht schafft, annähernd am Soll-Zustand zu arbeiten.

Der Körper meldet manchmal einfach nur mit Schmerz und Verspannung oder Unwohlsein, später mit Bewegungseinschränkung und zuletzt mit organisch-anatomischer oder funktioneller Veränderung, dass etwas nicht stimmt.

Jeder Organismus weiß also, wie er im optimalen Fall sein müsste.

Unter der Behandlung findet manchmal findet nur ein Knie oder ein Wirbel seinen Platz wieder, manchmal geht es tiefenpsychologisch um traumatische Erlebnisse, bis hin zur Geburt.

Wenn alles zurück an seinen geordneten Platz rückt, können Krankheiten ausheilen und die ursprüngliche Funktion und Bewegung wieder stattfinden.

Das spielt besonders bei Arthrosen und anderen Verschleißkrankheiten ein große Rolle, aber auch bei Erkrankungen an Organen, müssen sich diese Bewegen können, um zu regenerieren. 

 

Und so wird das in der Praxis umgesetzt

Biodynamische Craniosacraltherapeuten schulen so fein abgestimmte Grundfertigkeiten der Palpation und Wahrnehmung, dass sie mit den ursprünglichen Selbstheilungskräften s.o., die unter all den ungelösten Konflikten und Spannungsmustern verborgen liegt, Kontakt machen können.

Sie verhelfen dieser Intelligenz im tief entspannten Zustand des Klienten, ihre Kräfte zu mobilisieren.  

Blockaden und Haltungsmustern wird geholfen, sich zu lösen und Gesundheit wieder zu zu zulassen.

Das alles geschieht mit der Kraft der sanften empathischen Berührung an verschiedenen Stellen des Körpers und am Kopf.

Sie als Patient emfinden tiefe Entspannung, manchmal Wärme und ein leichtes Schwebegefühl, als würden Sie auf einer Luftmatraze auf der Wasseroberfläche liegen. Der Alltag rückt in den Hintergrund, Streß fällt ab und Sie kommen zur Ruhe und zu sich selbst.

Je entspannter Sie werden, desto leichter korrigieren sich Ihre Strukturen, wie Puzzleteile, die locker zu einander verschiebbar sind.

 

Wo eine mitschwingende Berührung nicht ausreicht, werden indirekte sanfteste Manipulationen ausgeführt, um die fest sitzenden Gewebe und Strukturen wieder zum Mitschwimmen und Mitschwingen im Flüssigkeitsrhythmus zu bewegen.

 

“Arzt, erkenne dich selbst” 

Die Biodynamik ist eine Zusatzausbildung bei craniosacralen Therapeuten, die sehr viel Selbsterfahrung, Selbstreflektion und das Wissen um die eigenen Strukturen und Entstehungsdynamiken im eigenen Körper erfordert.

Wenn Sie als Patient wirklich das Gefühl haben, bei uns sind sie richtig gut aufgehoben und wir können verstehen und nachempfinden, was mit Ihnen los ist, werden Sie sich uns wirklich anvertrauen und locker lassen.

 

Die tiefen sehr persönlichen und individuellen Ressourcen und Geschichten im Klienten gehen erst in den empathischen Kontakt, wenn sie spüren, dass achtsam und respektvoll mit ihnen umgegangen wird. Ähnlich einem verschüchtertem Kind, das unter Druck auch nicht erzählt, was wirklich los ist. Dazu ist mehr als nur eine Behandlung notwendig, ähnlich einem Menschen, den Sie gerade erst kennen lernen.

Was hat der Körper mit dem Kopf zu tun?

Zugegeben, ein etwas merkwürdiger Ansatz, und auch etwas merkwürdig, wenn bei Rückenschmerzen oder Knie- oder Armschmerzen, der Kopf oder das Becken abgetastet wird und auch dort behandelt wird. Die Ursache ist selten dort, wo es weh tut. Wo es weh tut ist meist nur die (Aus)wirkung. Wir müssen erstmal zuhören, wie die Zusammenhänge im Körper sind, um die Problemstelle zu finden.

Zuhören tun wir nicht nur mit den Ohren, sondern auch mit den Händen, um ein Gefühl für den Gesamtzusammenhang im jetzigen Zustand zu bekommen.

 

„Den Menschen behandeln, bedeutet ihn be-greifen.“

Craniosacrale Therapie trifft Biodynamik

Die CST befreit mechanische Blockaden und bringt durch sanfteste manipulative Impulse die Zahnräder so zusammen, dass die „Maschinerie“ wieder laufen kann.

Die Biodynamik ist die Entfaltung und Umsetzung eines inneren, sehr indiviuellen Archtiketurplans, den jeder Organismus bei der Zeugung erhält.

Anhand dieses Plans wird aus dem befruchteten Ei ein Embryo und später der Mensch. Vergleichbar mit dem Plan ein Haus zu bauen...

Die individuelle Vorstellung von „Gesund“ weiß nur der Patient selbst. Jede andere Vorstellung, wie es sein muß, ist eine Vorstellung die irgendjemand von Außen aufzwingt oder doktiert und damit niemals stimmig sein kann.

Wir als Therapeuten machen Vorschläge und präsentieren Ideen, die der Patient für sich abgleicht, um sein Gefühl von Gesundheit zu finden, zu spüren und zu verwirklichen/verkörpern.

 

CST-Therapeuten sind aktive Helfer zur Selbstfindung und Selbsthilfe von einem Daumendruck für kleinere lokale Probleme bis zu umfangreichen essentiellen Ressourcen und Therapiekonzepten auf vielen Ebenen für große komplexe Krankheitsbilder.

Das Einsatzgebiet dieses Therapiekonzeptes reicht von professioneller Gesundheitspflege bis zu schweren Krankheitsbildern. 

Die häufigsten Fälle in der Praxis sind:

  • Rücken- und Gelenksblockaden, Arthrosen, Fehlstellungen im Bewegungs- und Halteapparat (Skoliosen,Scheuermannsche Krankheit, Morbus Bechterev, Bandscheibenschäden, Beckenschiefstände, Unfall- und Operationsfolgen, HWS-BWS-LWS-Syndrome, Knie- und Hüftgelenksprobleme, Schulter-Arm-Syndrome) Muskelverspannungen, Bewegungseinschränkungen 
  • Schmerzsyndrome, Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus, Sehstörungen, Schwindel, Neurologische Erkrankungen, Trigeminusneuralgien, Fascialisparese, Schlaganfallfolgen, Multiple Sklerose 
  • Streßsyndrome, Burn-Out, Bluthochdruck, Herzprobleme, Schlafstörungen, vegetative Dysregulationen, Kiefergelenksprobleme
  • Schwangerschaftsbegleitung, Geburtsvorbereitung, Geburtsnachbehandlung
  • Unterstützung beim Neugeborenen und Säugling vor und nach der Geburt
  • Probleme im Wachstum, Entwicklungsstörungen, Schulprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, Lernstörungen