Babys 

Unser Baby weint und schreit stundenlang und windet sich oder ist steif und angespannt, ohne dass wir als Eltern es beruhigen können. 

Die Augen vermeiden jeden Blickkontakt oder sind gar nicht geöffnet.

Unser Baby ist irgendwie nicht richtig hier.

Es hat Bauchkrämpfe und windet sich hin und her.

Wir kommen alle nicht zur Ruhe, keiner schläft mehr.

Wir können es gar nicht weg legen.

Wir wissen gar nicht, was es hat. Wir sind ratlos?

Die ersten Wochen nach der Geburt können manchmal sehr anstrengend sein.

Die gewünschte Ruhe, das Stillen, das erwartete Glück, die gelungene Bindung, die Erholung machen sich einfach nicht breit.

Statt dessen stehen Hilflosigkeit, Ratlosigkeit und seltsame Ratschläge (”Schreien ist gut für die Lungen”, “Babys darf man nicht verwöhnen”, “Dreimonatskolik???”, etc.) im Raum und erhöhen die Verunsicherung.

Besonders belastend und schmerzhaft sind die Versagensängste der Eltern, obwohl sie doch alles für das Neugeborene tun.

Allgemeine Gereiztheit, etliche Versuche und das Hören auf merkwürdige Tipps, Traurigkeit und Enttäuschung, körperlich-seelische Erschöpfung, Schlafmangel, sowie Still- und Trinkschwierigkeiten sind die häufigsten Zeichen einer postnatalen Krise für Eltern und Babys.

Selbstverständlich gehören diese Signale in die kompetente fachärztliche schulmedizinische Untersuchung, Abklärung und Behandlung, denn es könnten sich krankhafte Komplikationen aus Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett dahinter verbergen.

Unser Ziel ist es, neben und nach den medizinisch notwendigen Untersuchungen und Maßnahmen eine Unterstützung anzubieten, um den Start ins Leben für Babys und Eltern gelingen zu lassen.

 

Therapeutische Arbeit 

 

Eine Sitzung in der Praxis beginnt meist mit dem Erzählen der Eltern, was passiert ist.

Dabei nehmen wir sanften körperlichen Kontakt durch zarte, schmetterlingsleichte Berührung mit dem Baby auf.

Während die Eltern erzählen, “erzählen” uns die Babys, wie sie selbst den Weg in die Welt erlebt haben, wo die “Geburtsspirale” vielleicht nicht vollendet wurde, wo sie stecken geblieben sind, was so schwierig war, wo sie noch Unterstützung im Verstehen, warum sie jetzt hier sind, benötigen.

So bekommen die Eltern einen Eindruck, was ihrem Baby fehlt und können ihr Neugeborenes in der Verarbeitung der Erlebnisse vor, während und nach der Geburt liebevoll begleiten und vor allem trösten.

Für die Babys bedeutet es, ihre Geburt noch mal erleben zu können und dort, wo es nicht so gut lief, Streß abzubauen und neue positive Erfahrungen zu machen.

Der Geburtsprozess wird für Mutter und Kind vollendet. Die Verbindung der Eltern zu ihrem Kind wird erneuert, das Baby kann sich entspannen, schlafen und verdauen und die Eltern fühlen sich sicher und gestärkt.

Sie wissen nun, was das Baby hat und was es braucht und lernen zu trösten und zu unterstützen.

 

 

Unser Weg in diese Welt...

Stellen sie sich folgendes vor:

Sie möchten gerne ein Haus bauen... und Sie haben eine ziemlich detaillierte Vorstellung davon, wie es aussieht, wo es steht, wie die Zimmer verteilt sein sollen, wie der Garten aussieht.

Sie stellen sich sogar vor, wie ein Tag im Tagesablauf darin ist, wie sie im Bad duschen, wie sie im Wohnzimmer relaxen, wie sie in der Küche kochen, wie sie mit dem Partner und den Kindern darin lachen, streiten, wie es sich im Haus morgens, mittags, abends, nachts anfühlt zu leben.

Jetzt gehen sie zu einem Architekten und erzählen ihm das alles, er macht eine sehr detaillierte Zeichnung mit allen Einzelheiten und Statiken und Möglichkeiten.

Auch der Dinge, die nachher gar nicht so sichtbar sind, wie Stromleitungen, Abflüsse, Alarmanlagen, Wandstärken, Giebelbalken, Dämmungen, zentrale Steuerungen für Strom, Heizung, Wasser, etc.

Dieser Plan (Matrix) beinhaltet sogar Hilfslinien (gedachte Linien, an denen die ganzen Wände und Installationsleitungen orientiert werden, damit sie nachher gerade sind und zu 100% funktionieren).

Der Plan ist aufgrund dieser Linien PERFEKT!

Dann beginnt der Bau:

Wenn die äußeren Umstände (Wetter, Klima, Versorgung mit Baumaterialien, gesunde Bauarbeiter, gut organisierte Bauabläufe, ...) im ganzen stressfrei und reibungslos ablaufen, wird das Haus ziemlich nah am Plan entstehen, aber was passiert, wenn es zu schwerwiegenden Störungen und Mängeln kommt???

Dann kommt der Tag der Schlüsselübergabe und des Einzugs (Geburt).

Zum ersten Mal müssen alle Alltagsfunktionen ausprobiert werden.

Das ist alles völlig neu, vielleicht wissen die Bewohner noch gar nicht so richtig, wie alles im Detail funktioniert?

Die Heizung (kompliziert mit Wärmerückgewinnung, Lüftung, Klimaanlage, zentral gesteuert), Die Küche (Herd, Spülmaschine, Müll, Entsorgung, die Bewohner haben noch nie gekocht, geschweige denn einen Herd bedient), Das Bad (wie funktioniert denn die Armatur der Dusche, der Abzug der Toilette).

Wie lange wird es nach dem Einzug wohl dauern, bis die Bewohner sich zurecht finden, alles organisiert haben, wissen wie alles funktioniert, und sich endlich wirklich zurücklehnen und entspannen, locker lassen und nicht mehr nachdenken???

Dann gibt es da noch Gäste, die neugierig sind und am liebsten schon am 2. Tag nach dem Einzug von den Bewohnern empfangen, bewirtet und mit toller entspannter guter Laune und viel Zeit für Aufmerksamkeit empfangen werden möchten.

Sie möchten alles bis ins Detail sehen und von Ihnen beschrieben haben, wobei Sie selbst einige Räume und Funktionen noch gar nicht gesehen haben...

Wie viele Wochen bräuchten Sie, um sich in diesem Haus zurecht zu finden?

Wie viele Fragen zu diesem Haus und dann auch noch zur Umgebung hätten Sie selbst?

Auf was würden Sie selbst ihre Aufmerksamkeit zu jeden Zeitpunkt während der Bauphase und beim Einzug und dann in den Wochen danach konzentrieren?

Und jetzt stellen Sie sich dieses Szenario mal so vor:

Sie bauen dieses Haus nicht in der Umgebung, die sie kennen, nicht mit den Ressourcen die sie hier haben, sondern auf einem ganz anderen Planeten, den Sie nicht kennen, wo Sie noch nie gewesen sind.

Jetzt leben Sie noch im Wasser, aber das Haus steht an Land. Jetzt leben sie nur im Haus, aber dann müssen Sie raus in die WELT.

Jetzt werden Sie mit allem was sie brauchen (Nahrung, Sauerstoff, Baustoffe) ohne, dass Sie wissen woher, einfach versorgt, es wird sogar für Sie gekocht und der Popo abgewischt.

Sie haben vielleicht ein Vorstellung, wie es da sein wird, wie es sich da anfühlen könnte zu leben, aber wie fühlt es sich dann in der Wirklichkeit an???

Wen und was für Umstände brauchen Sie, um diesen Ein- und Umzug in der NEUEN WELT erfolgreich, entspannt und voller Erwartungs- und Lebensfreude zu erleben?

Raus zu gehen, mit Wesen zu kommunizieren, die Ihre Sprache nicht sprechen und auch nicht sprechen lernen, sondern von Ihnen verlangen, dass Sie deren Sprache sprechen.

Das einzige, was Sie bisher kennen gelernt haben ist ihr Haus (Körper) und den selbstverständlich autonomen Versorger und Beschützer (Mutter)...

Ich würde diesen Menschen, den einzigen, von dem ich weiß, dass er mich kennt, dass er meine Bedürfnisse kennt, dass er mich beschützt, dass er auf mich achtet, mir hilft und mich versteht, in dieser Situation solange nicht loslassen, bis ich mich mit meinem Tempo an die Begebenheiten angepasst habe und mir selber zutraue zurecht zu kommen.

Ich bräuchte die Gewissheit, dass dieser Mensch mir solange zur Verfügung steht, wie ich es brauche.

Dann hab ich Vertrauen, in meine Begleiter, Versorger, Beschützer in die neue Welt. Zu Beginn brauche ich noch ganz viel Kontakt, im Laufe der Zeit und im Einklang mit meinem inneren Tempo wird es dann wohl weniger...

Je nach dem, wie der Einzug in die NEUE WELT gelaufen ist, je nach dem, wieviel schief gelaufen ist, wie gut ich die Probleme bewältigt habe, welche Erfahrungen ich gemacht habe, wieviel Zeit mir gelassen wurde, mich zurecht zu finden, wieviel ich lernen konnte und durfte, wie liebe- und verständnisvoll ich aufgenommen wurde...

... genau so werde ich Vertrauen haben, mich wohl fühlen, werde ich Angst vor Schwierigkeiten haben.

In Abhängigkeit der Umstände des Um- und Einzugs in die NEUE WELT, der Geschwindigkeit, der Hindernisse, der Orientierung, der schönen Momente, der schlimmen Momente, werde ich mich zurecht finden und GLÜCKLICH sein können.

Das wird Prägung (Geburtsprägung) genannt.

Je häufiger ich die HAPPY ENDS genießen durfte, umso mutiger und offener und erfahrener werde ich für neue Aufgaben...

Wie war das bei Ihnen?

Was haben Sie gebraucht und nicht bekommen?

Wie lange mussten Sie um Hilfe und Schutz schreien und wer kam und hat Sie an die Hand genommen?

Wie lange brauchten Sie um erwachsen zu werden, oder wie viel Zeit haben Sie bekommen? 

Was war Ihr Trauma?

Was war Ihr besonders schönes Erleben?

Wie wurden Sie empfangen?

Erinnern Sie sich?

Wir können helfen, alte Erinnerungen wieder zugänglich zu machen, das Geschehene zu verarbeiten und neue Erfahrungen zu integrieren...